Arbeit Am Tonfeld® nach Prof. Deuser
Ursprünge: Professor Heinz Deuser, Jahrgang 1944, begründete diesen therapeutischen Ansatz in
den 70er Jahren und entwickelt ihn, wie er selber sagt, durch teilnehmende Beobachtung weiter. Er ist seit 1989 Professor an der Fachhochschule für Kunsttherapie in Nürtingen. Davor war er als Kunsttherapeut in eigener Praxis in Köln tätig. Er
gründete das Institut für Gestaltbildung in Hinterzarten, in dem Therapeuten in der Arbeit Am Tonfeld® ausgebildet werden. Weitere Ausbildungsstätten gibt es in Theoretische Grundlagen: Bei der Entwicklung der Arbeit Am Tonfeld®
fanden u.a. die Theorien von Jean Piaget, C.G. Jung, Jean Gebser, Viktor v. Weizsäcker, D.W. Winnicott und Erich Neumann Berücksichtigung. Die praktische Arbeit Am Tonfeld®: Das Tonfeld ist ein flacher
Holzkasten 37cm x 42 cm und 4 bis 5cm tief, gefüllt und glattgestrichen mit Tonerde. Das Material Ton bietet für die praktische Arbeit mit dem Kind besonders gute Eigenschaften:
Das Tonfeld bietet dem Kind erst mal die Möglichkeit, über die Hände mit dem Ton in Kontakt zu kommen. Die Qualität und Intensität der Handbewegungen können dabei sehr unterschiedlich sein: vom vorsichtigen Auflegen der
Hand auf den Ton, über das Hineinstechen eines Fingers, bis zum kräftigen Hineingreifen und Herausnehmen des Tons aus der Mitte des Feldes. Doch was macht ein Kind mit dem Ton, wenn es ihn ergreift? Es macht Erfahrungen, es entwickelt
Erkenntnisse über das Material, seine Eigenschaften und über die Möglichkeiten des Umgangs damit. Das Kinder benutzt den Ton, um schöpferisch, gestaltend tätig zu werden. Bei der Arbeit Am Tonfeld®
wird nichts vorgegeben. Das Kind bewegt, verändert das Material nach seinen Vorstellungen, nach seinen Wünschen und Bedürfnissen, die aus den gesamten bisher gemachten Erfahrungen resultieren. Durch das Verändern kann sich das Kind als handelnd erleben. Die Art und Weise, wie das Kind den Ton greift, wie es ihn gestaltet, kann Aufschluss über seine Befindlichkeit, über seinen „Stand“ in der Welt geben.
„Denn es gibt keine Handlung ohne Grund, und das, was ein Kind spontan tut, entspricht immer seinen tiefen Motivationen. An uns liegt es, zu verstehen, was dieses Tun wirklich ausdrückt und durch unser eigenes Tun zu antworten.“
(Bernard Aucouturier) Die Arbeit Am Tonfeld® wird von einem ausgebildeten Therapeuten/in begleitet, welcher während des Prozesses unterstützend und Halt gebend anwesend ist. Ziele: Da das Kind über das „Arbeiten“
am Tonfeld Freude, Kompetenz, emotionale Ausgeglichenheit und eine Stärkung seines Selbstwertgefühles erfahren kann, hat dieses positive Auswirkungen auf die gesamte psychomotorische und soziale Entwicklung des Kindes. Somit ist die Arbeit Am
Tonfeld® auch besonders gut für Kinder im vorschulischen Alter geeignet.
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